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Chapter 2Die Nachricht im Korb

Illustration for chapter 2: Die Nachricht im Korb

Lena nimmt das Paket. Es ist klein und leicht. Sie legt es auf den Tisch im Garten. Jonas steht neben ihr. Herr Krause kommt mit seiner Waffe. „Nicht anfassen!“, sagt er. „Ich muss es prüfen.“ Aber Lena reißt das Papier schon auf. Innen ist eine kleine Flasche. Sie ist leer. „Eine Flasche?“, fragt Jonas. „Das ist alles?“ Lena schaut genauer. In der Flasche ist ein Zettel. Sie zieht ihn heraus. Der Zettel ist klein und gelb. „Was steht da?“, fragt Herr Krause. Lena liest langsam: „Hallo. Ich heiße Mia. Ich wohne im Dorf über dem Berg. Wir sind keine Feinde. Die Ballons sind ein Geschenk. Wir wollen Frieden.“ Sie sieht auf. „Kein Krieg. Nur ein Gruß.“ Herr Krause nimmt den Zettel. Er liest ihn noch einmal. Dann senkt er seine Waffe. „Das ist eine Friedensnachricht“, sagt er leise. Die Menschen auf der Straße schauen zu. Ein Mann ruft: „Was ist passiert?“ „Nichts“, sagt Herr Krause. „Die Ballons sind keine Feinde. Es sind Kinder wie wir.“ Lena sieht nach oben. Die roten Ballons schweben am Himmel. Neunundneunzig Stück. Alle mit einem Korb und einem Zettel. Sie nimmt ihre Karotte vom Boden. Die Karotte ist schmutzig. Sie lächelt. „Ich will Mia eine Antwort schreiben“, sagt sie. „Wie machen wir das?“ Herr Krause schaut zum Himmel. „Wir brauchen einen eigenen Ballon. Und einen Zettel.“ Lena nickt. Sie geht schnell ins Haus, um Papier zu holen. Jonas läuft hinter ihr her. Am Himmel hängen die Ballons still. Sie sind rot und hell. Sie sind nicht gefährlich. Sie bringen eine Hoffnung. Lena weiß genau, was sie schreiben will: „Hier ist Lena. Wir wollen auch Frieden.“ Sie schreibt die Worte auf das Papier und rollt es in eine kleine Flasche. Dann sucht sie einen Ballon. Aber im Haus ist keiner. Sie will schon traurig sein, da sieht sie Jonas mit einem roten Luftballon in der Hand. „Der ist von meinem Geburtstag“, sagt Jonas. „Wir können ihn nehmen.“ Lena lacht. „Ja. Und wir binden die Flasche daran.“ Sie arbeiten zusammen. Die Flasche ist klein, der Ballon ist stark. Als sie fertig sind, gehen sie in den Garten. Herr Krause wartet dort. „Ich helfe euch“, sagt er. „Mein Auto hat einen Ballon im Werkzeug.“ Er holt einen großen, runden Wetterballon. Gemeinsam binden sie die Flasche an das Seil. Dann lassen sie den Ballon los. Er steigt in die Höhe. Er wird kleiner und kleiner. Er fliegt in Richtung des Berges, wo Mias Dorf liegt. Lena schaut ihm nach. Sie hält die schmutzige Karotte in der Hand. Sie fühlt sich ruhig. „Vielleicht kommt eine Antwort“, sagt Jonas. „Vielleicht schon morgen“, sagt Lena. Sie bleibt im Garten stehen, bis der Ballon verschwunden ist. In ihrem Kopf ist nur ein Gedanke: Wir können Freunde sein.